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Beratung: Managementsysteme nach IRIS

IRIS - International Railway Industrie Standard
1. Bedeutung
Die Vertreter der europäischen Eisenbahnindustrie haben sich in der UNIFE zusammengeschlossen und über diese Plattform einen Standard kreiert, der, wie auch andere sektorspezifische Standards, auf der ISO 9001 basiert und weiterreichende Forderungen enthält. Neben den Forderungen an das Qualitätsmanagementsystem wurde auch ein Beurteilungssystem definiert, dessen Ergebnisse in der IRIS Datenbank publiziert werden.
Ziel ist es die Qualität in der Zulieferkette signifikant zu verbessern bei gleichzeitiger Reduzierung der Aufwendungen hinsichtlich der bisher durchgeführten Lieferantenaudits.
Mit Einführung des Standards in 2006 wurde eine Einführungsphase bis 2009 definiert, in der sich im ersten Schritt die Lieferanten der federführenden Gesellschaften (Alstom Transport, Siemens Transportation Systems, Bombardier Transportation, Knorr-Bremse, Gutehoffnungshütte Radsatz, Voith, Harting und andere) aufgefordert wurden sich nach IRIS zertifizieren zu lassen.

2. Inhalt
Der Iris Standard definiert den Zertifizierungsprozess, den Auditprozess wie auch die einzelnen Forderungen an ein QM-System unter Berücksichtigug der Eisenbahn spezifischen Forderungen.

2.1: Nur Zertifizierungsstellen mit mehr als 10.000 Zertifikaten im Markt und einem globalen Anspruch werden als Partner im IRIS Zertifizierungsverfahren anerkannt und zugelassen. Forderungen zur Gestattung von Witnessaudits müssen von der Zertifizierungstelle und den Kunden ähnlich dem Verfahren nach ISO 17021 entsprochen werden.
Für die Auditoren gilt ab 2009 eine weiterreichende Forderung hinsichtlich der Anerkennung ihrer fachlichen Kenntnisse, die sich auf eine 3-jährige Tätigkeit in den letzten 10 Jahren in den angestrebten IRIS Produktkategorien beziehen muss. IRIS Auditoren müssen sich einem spezifischen Auditorentraining unterziehen, zu dem sie von der Zertifizierungsstelle gesandt werden. Hinsichtlich unterstützender Standorte gelten vergleichbare Festlegungen, wie wir sie aus dem Automobilbereich kennen. Die Durchführung von sogenannten Multi-Site Verfahren ist nicht gestattet.

2.2: Im Auditierungsverfahren ist ein Fragenkatalog mit 259 Fragen zu benutzen. Einzelne Forderungen aus dem Produkt-/Serviceerbringungsprozess können ausgeschlossen werden. Darüberhinaus können weitere Fragen nicht anwendbar sein. Alle Ausschlüsse und Nichtanwendbarkeiten müssen begründet werden. Der Fragenkatalog besteht aus 12 Knock-Out Fragen, bei deren Nichterfüllung der gesamte Zertifizierungsprozess neugestartet werden muss. Die übrigen Fragen werden in geschlossene (Ja/Nein) oder offene Fragen unterschieden. Mittels letzteren kann ein höheres Nieveau des eigenen QM-Systems erreicht werden. Für Fragen, die als unzureichend eingestuft wurden, ist ein Nachaudit vor Ort verpflichtend durchzuführen. Fragen, die partiel erfülllt wurden, können mit alternativen Methoden hinsichtlich der Effektivität ihrer Korrekturmaßnahme überprüft werden. Ein Unternehmen wird zertifiziert, wenn alle zutreffenden KO-Fragen positiv beantwortet werden konnten, wenn alle Korrekturmaßnahmen innerhalb von 90 Tagen geschlossen wurden und wenn alle offenen und geschlossenen Fragen mit mindestens 2 Punkten (erfüllt) beantwortet werden konnten.
Der IRIS-Auditfragebogen ist ein hilfreiches Instrument, da er die einzelnen Erfüllungsniveaus der offenen Fragen durch Beispiele weiter verdeutlicht.

2.3: Die Zertifizierung nach IRIS ist nur für solche Unternehmen vorgesehen, die sich mit dem Bereich Schienenfahrzeuge oder Signaltechnik beschäftigen.
Der Schienenfahrzeugbau ist durch kleine Stückzahlen, lange Projektlaufzeiten und noch längere Produktnutzungszeiten geprägt. Daher kommt dem Projektmanagement, den Kenntnissen der Mitarbeiter und der ständigen Verbesserung eine sehr große Bedeutung zu. Die verpflichtende Festlegung von 16 zu dokumentierenden Verfahren (ISO 9001 - 6 Verfahren), 25 zu dokumentierenden Prozessen (ISO 9001 - 3 Prozesse) soll nicht den Eindruck erwecken, dass hier ein dokumentenlastiges System kreiert wurde, sondern vielmehr auf einzelne Lücken in der ISO 9001 hinweisen, die z.B. die Forderungen nach einer entsprechenden Produktionsplanung nicht explizit berücksichtigt.

3. Unser Beratungsansatz
Der IRIS Standard enthält viele gute Ideen, die ein Unternehmen, das sich auf Basis der ISO 9001 weiter entwickeln möchte, als gute Anregung aufnehmen kann.
Die Forderungen sind trotz vieler zusätzlicher Dokumente pragmatisch ausgerichtet und können mit Blick auf ein höheres Qualitätsniveau zeitversetzt von den Unternehmen angepeilt werden. Unsere Erfahrung und unser Wissen können effektiv in die Priorisierung der Aufgabenstellung und in einzelnen Umsetzungsphasen eingebunden werden. Darüber hinaus bieten wir Schulungen für interne Auditoren oder zur Vertiefung des Wissens über den IRIS Standard in attraktiven Seminaren an.